Grundordnungsaspekte

Hochschulrat
Die Möglichkeiten zur Zusammensetzung der Hochschulrats sind breit gefächert und betreffen den Mittelbau.  Die Entscheidung zugunsten eines extern oder gemischt besetzten Organs ist wahlfrei wie auch die über die Anzahl der Organmitglieder. Meiner Kenntnis wünschen sich die externen Hochschulratsmitglieder einen Aufsichtrat mit möglichst wenigen Mitgliedern. Dahin neigen wohl auch einige Rektorate. Während die Senate mehrheitlich zugunsten eines gemischt zusammengesetzten Organs (11 stimmberechtigte Mitglieder) mit 5 internen Mitgliedern votieren. Diese Beteilungsform könne die Präsenz aller Statusgruppen ermöglichen. 

Die Begeisterung bei der Professorenschaft hält sich hier  in Grenzen, weil bei Beteiligung aller Statusgruppen sie maximal durch zwei Personen vertreten wäre, womit sie schwer umgehen kann, da doch in allen Gremien ihre zahlenmäßige Mehrheit garantiert ist. Man kann annehmen, dass es in den beschließenden Senaten eine Mehrheit für 3 professorale und zwei weitere Mitglieder geben wird. Wobei man es verstehen wird, dass der Akademische Mittelbau in einen solchen Fall einen der Sitze für sich reklamieren wird. Wir begründen unseren Anspruch aus den von uns tatsächlichen wahrgenommenen Aufgaben und denen, die nach Vorstellungen unseres Ministers zukünftig vermehrt von uns übernommen werden sollen. 

Die Position, die gegenüber der Form des  Aufsichtsrats eingenommen wird, kommt mir dagegen eher wie die eines Glaubensbekenntnisses vor. Wobei die Befürworter eines gemischt zusammengesetzten Hochschulrats gewöhnlich das Insiderwissen als bedeutungsvoll einstufen, womit ggf. ein wichtiger Informationsgegenpol zu den stets bei den Sitzungen (ohne Stimmrecht) anwesenden Vorstandsmitgliedern gesichert wird. Kritische Anmerkungen betreffen Probleme, die daraus resultieren, dass interne Mitglieder (insbesondere aus den beiden nichtprofessoralen Beschäftigungsgruppen) nicht selten im Zwiespalt sind, ob ihr konkretes Wissen über Vorgänge und Sachverhalte, in diesem Organ den externen bekannt machen können, weil dieses ihnen ggf. als Nestbeschmutzung unterstellt werden kann.

In der LAM-BW wird als Mehrheitsoption der gemischt zusammengesetzte Hochschulrat vertreten, wobei der Sprecher des Vorstands (Dr. Ulrich Reuter), einen extern zusammengesetzten Hochschulrat unter folgenden Rahmenbedingungen für mindestens so effizient hält: Als Pflichtmitglieder in einem solchen externen Hochschulrat müssen Personen der Statusgruppen (Professoren, wissenschaftliches und nichtwissenschaftliches Personal) anderer baden-württembergischer Universitäten angehören. Bei geeigneter Mitgliederauswahl wird so der breite inneruniversitäre Sachverstand eingebracht.

Konvent Akademischer Mittelbau

Der wissenschaftliche Dienst ist nach dem HRG eine der mitgestaltenden Statusgruppen. Nach Wahlen und sonstigen Formen der Benennung sind  einzelne Mitglieder der Gruppe  in Gremien, Kommissionen und weiteren Ausschüssen tätig. Nach Meinung von Rektoraten, Fakultätsvorständen  und vielen weiteren Universitätsangehörigen sind unsere Gruppenmitglieder zwar in den jeweiligen Vertretungsformen für die Statusgruppe aktiv. Allerdings sind sie nicht automatisch die Vertretung der Gruppe. In dieser Situation haben sich an vielen Universitäten Konvente des Akademischen Mittelbaus entwickelt, die als Kommunikationsplattform zwischen den Gremien- und Kommissionsmitgliedern handeln,  für die Information des gesamten Akademischen Mittelbaus sorgen und sich als inneruniversitärer Ansprechpartner für Anliegen der Gruppe verstehen.

Alle Kollegenschaften der Landesuniversitäten, die in einer der vorgenannten bzw. vergleichbaren Form organisiert sind, sollten die Vertretungsfunktion über die Grundordnung manifestierten. Der AKAM in Stuttgart, die Kollegenschaft in Mannheim und Ulm haben in den bisherigen Grundordnungen den Rahmen dafür bekommen. Wir fordern diejenigen Kollegenschaften in den den Universitäten, die noch keine die Gremienvertreter einbeziehenden gemeinsame Gruppenvertretung haben, auf,  eine solche Organisationsform zu schaffen. 

25.10.2005 Dr. Ulrich Reuter  Sprecher des Vorstands         Zur Hauptseite=> LAM-BW