Dienstrechtsveränderungen im Hochschulbereich zum Jahreswechsel in Kraft.
Gesetz zur Änderung dienst- und arbeitsrechtlicher Vorschriften im Hochschulbereich (HdaVÄndG) vom 27.Dez 2004.

Zum Gesetzestext gelangt man über folgenden Link: http://www. bmbf.de/pub/hdavaendg.pdf  Weitere Informationen des federführenden Bundesministeriums findet man unter http://www.bmbf.de/785.pdf  

August 2005: Veränderungen für den wissenschaftlichen Dienst. Mitglieder des Ulmer Mittelbau   befassen sich mit drohenden Lohnkürzungen für wissenschaftliche Mitarbeiter 

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ein erstes Treffen: Auf  Initiative  von gewerkschaftsnahen Kreisen wurde in Ulm die Vorlage eines offenen Briefes "Berufliche Perspektiven für Wissenschaftler sind Voraussetzung für den Wissenschaftsstandort Deutschland" [von Herrn Markus Kiefer] diskutiert. Der Brief wird bis zum nächsten Treffen überarbeitet. 
Zum Hintergrund für diese Initiative: Seit Jahren setzt sich die BAM und die LAM-BW für einen Wissenschaftstarif ein. Lange Zeit ging nichts voran. Verschiedene Äußerungen aus der Politik ließen ahnen, dass ein neues Tarifrecht wenig mit den Vorstellungen des akademischen Mittelbaus gemein hat. 

Wobei sich der Mittelbau eine Reform vorstellte, die den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit entsprechender Erfahrung eine ihren tatsächlichen Tätigkeiten gerecht werdende rechtliche Position einräumt. Wir haben diese Position unter das Motto  "Wissenschaft als Beruf" gestellt.

Mit dem Hinweis das die Mittelbauvertreter stets einen Wissenschaftstarifvertrag gefordert haben, soll die Änderung jetzt erfolgen. Allerdings bemäntelt dieser Bezug das eigentliche Ziel, die Tarifgemeinschaft der Länder will damit Gehaltskürzungen bei wissenschaftlichen Mitarbeitern durchzusetzen. 

Die Vertretungen des wissenschaftlichen Mittelbaus müssen aus eigenem Interesse, mit Blick auf die Folgen für die Hochschulen und die zukünftigen Kolleginnen und Kollegen aktiv werden. Dabei gilt es zu überlegen, wie es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an den Universitäten gelingt die Öffentlichkeit für  Anliegen unserer Personengruppe zu interessieren.   Jedenfalls ist die Öffentlichkeit ist nach dem Aufbegehren unserer ärztlichen Kolleginnen und Kollegen an den Universitätskliniken des Landes schon etwas sensibilisiert, möglicherweise nur deshalb, weil Bürgerinnen und Bürger wegen der miserablen Arbeitsbedingungen eine verschlechterte klinische Versorgung nicht akzeptieren. Zumindest fürchtet die Politik den Zorn der Wähler, denn erst nach den Demonstrationen signalisiert die Politik ein Nachdenken über die Situation. 
Es musste erst demonstriert werden, dass  von Medizindekanen und  Klinikdirektorien öffentlich Verständnis öffentlich für Streik und Streikende geäußert wurde. Diese späte Positionierung ist notwendig, es bleibt jedoch die Frage, weshalb die dienstlich vorgesetzten Professorinnen und Professoren an den Universitätskliniken, die ja die miserable Lage kennen, sich nicht längst für vertretbare Rahmenbedingungen eingesetzt haben. 

Es passt gut in die augenblickliche Situation, eine schlechten Haushaltssituation  Baden-Württembergs mit den Folgen für die Universitätshaushalte, zum Anlass zu nehmen, mit neuem Tarifvertrag Gehaltskürzungen vorzunehmen. Besonders dramatisch werden sich die Senkungsüberlegungen, bei einem Erstvertrag und jedem folgenden Verlängerungsvertrag (Kettenverträge) die Personen mit einem Arbeitsvertrag auszustatten, als sei es ihr erster.

Bei der Diskussion um die Auswirkungen entsprechender Gehaltskürzungen wurde die mangelnde Attraktivität wissenschaftlicher Tätigkeit an unseren Universitäten gesehen, was den "brain-drain' ins Ausland verstärken könnte. 

Die LAM-BW war immer eine überparteiliche Interessenvertretung und hat sich nie als  gewerkschaftliche Organisation verstanden hat, in der gewerkschaftlich organisierte Kolleginnen und Kollegen häufig aktiv mitarbeiteten. Müssen wir diese Position überdenken, weil die Abwehr der angedachten Gehaltverschlechterungen nur in einer Allianz mit Gewerkschaften gelingen kann. Zumindest müssen wir eingestehen, dass uns die massive Mobilisierung der eigenen Klientel und der Bevölkerung  für die Interessen des Mittelbaus bislang nicht gelungen ist.  
# Informationen zum geplanten Tarifvertrag von einem Ulmer Kollegen mit verdi-Bezug.
___________________________________________

25.10.2005 Dr. Ulrich Reuter  Sprecher des Vorstands         Zur Hauptseite=> LAM-BW